Drucker kaufen: worauf es ankommt
Tinte, Tintentank oder Laser, Farbe, Seitenkosten, WLAN, Abos und Fremdpatronen: was beim Druckerkauf wirklich zählt, einfach erklärt.
Klären Sie zuerst, was und wie viel Sie drucken: nur Text oder auch Farbe und Fotos, ein paar Seiten im Monat oder ganze Stapel. Daraus ergibt sich die Technik: Tintenpatrone, Tintentank oder Laser. Danach entscheiden Sie, ob Sie auch scannen und kopieren wollen. Vergleichen Sie am Ende nicht nur den Gerätepreis, sondern die Kosten pro Seite über die Jahre, in denen Sie den Drucker nutzen.
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Was und wie viel drucken Sie?
Die meisten Fehlkäufe entstehen, weil das Gerät nicht zum Alltag passt. Schauen Sie deshalb auf Ihre letzten Monate:
- Wenig und unregelmäßig, etwa ein Formular hier, ein Ticket dort: Wichtig ist, dass das Gerät auch nach Wochen Pause zuverlässig druckt.
- Regelmäßig Text, etwa für Schule, Studium oder Homeoffice: Hier zählen die Kosten pro Seite und ein automatischer beidseitiger Druck.
- Viel Farbe oder Fotos: Hier zählen Farbwiedergabe, Fotopapier und die Kosten für Farbtinte.
Schätzen Sie grob, wie viele Seiten Sie im Monat drucken. Mit dieser Zahl rechnen Sie später die Folgekosten aus.
Tintenpatrone, Tintentank oder Laser?
Tintenstrahldrucker mit Patronen sind meist klein und können Farbe und Fotos gut drucken. Die Tinte steckt in kleinen Patronen, die Sie oft nachkaufen. Bei manchen Modellen sitzt der Druckkopf in der Patrone, bei anderen fest im Gerät.
Tintentankdrucker arbeiten ebenfalls mit Tinte. Sie haben aber große Tanks, die Sie aus Flaschen nachfüllen. Das Gerät kostet in der Anschaffung meist mehr, die Tinte pro Seite meist weniger. Das lohnt sich, wenn Sie regelmäßig drucken.
Laserdrucker arbeiten mit Tonerpulver, das auf das Papier geschmolzen wird. Sie drucken Text schnell und scharf und eignen sich für größere Mengen. Farblaser gibt es auch. Für Fotos sind Tintengeräte die übliche Wahl.
Ein Punkt spricht bei seltenem Drucken gegen Tinte: Wird ein Tintendrucker lange nicht benutzt, können die Düsen eintrocknen und verstopfen, wie Epson in seinem Support beschreibt. Dazu kommt, dass das Gerät für Reinigungszyklen selbst Tinte verbraucht, die nicht auf dem Papier landet. Epson weist darauf hin, dass diese Menge je nach Gerät und Bedarf unterschiedlich ist. Wer nur selten und fast nur Text druckt, ist mit einem Schwarzweiß-Laser daher oft entspannter.
Brauche ich einen Farbdrucker?
Überlegen Sie ehrlich, wie oft Sie Farbe brauchen. Wer Briefe, Rechnungen und Formulare druckt, kommt mit Schwarzweiß aus. Ein Schwarzweiß-Laser braucht nur eine Tonerkartusche.
Wer Fotos, Bastelvorlagen oder Schulmaterial in Farbe druckt, braucht ein Farbgerät. Bei Farbgeräten brauchen Sie mehrere Patronen oder Kartuschen, und jede leert sich unterschiedlich schnell.
Wie berechne ich die Kosten pro Seite?
Hersteller geben für jede Patrone, jede Flasche und jede Tonerkartusche eine Reichweite in Seiten an. Damit diese Angaben vergleichbar sind, gibt es Normen:
- ISO/IEC 24711 für Tintenpatronen von Farbtintenstrahldruckern. Gedruckt wird ein festgelegter Satz Testseiten aus ISO/IEC 24712 auf Normalpapier.
- ISO/IEC 19752 für Tonerkartuschen von Schwarzweiß-Laserdruckern.
- ISO/IEC 19798 für Tonerkartuschen von Farblaserdruckern.
So rechnen Sie: Preis der Patrone geteilt durch ihre Reichweite ergibt die Kosten pro Seite. Bei einer Farbseite zählen Sie Schwarz und jede Farbpatrone einzeln zusammen. Vergleichen Sie dabei immer Originalpatronen mit Originalpatronen und gleiche Größen, also XL mit XL.
Die Normwerte sind eine Vergleichsgröße, kein Versprechen. Getestet wird mit Standardeinstellungen und durchgehendem Druck. Wer viel Fläche druckt, etwa Fotos, erreicht weniger Seiten. HP und Brother weisen darauf hin, dass die tatsächliche Reichweite je nach Inhalt, Einstellungen und Nutzung abweicht. Epson erklärt außerdem, dass ein Teil der Tinte bei der Erstbefüllung verbraucht wird. Die erste Patrone oder Flasche im Karton reicht deshalb oft nicht so weit wie eine gekaufte.
Rechnen Sie zum Schluss: Seiten pro Monat mal Kosten pro Seite mal Monate, in denen Sie das Gerät nutzen wollen. Erst diese Summe plus der Gerätepreis zeigt, was der Drucker wirklich kostet.
Brauche ich ein Multifunktionsgerät?
Ein Multifunktionsgerät kann drucken, scannen und kopieren, manche auch faxen. Für die meisten Haushalte ist das praktischer als ein reiner Drucker, weil sich Unterlagen dann direkt digitalisieren lassen.
Achten Sie auf zwei Dinge:
- Automatischer Vorlageneinzug (ADF): Er zieht mehrere Blätter nacheinander ein. Das lohnt sich, wenn Sie oft mehrseitige Dokumente scannen. Manche Geräte scannen dabei beide Seiten in einem Durchgang.
- Fax: Brauchen nur noch wenige. Wenn Sie es brauchen, prüfen Sie, ob das Gerät die Funktion hat und Ihr Anschluss sie unterstützt.
Brauche ich beidseitigen Druck?
Der automatische Duplexdruck bedruckt beide Seiten eines Blatts, ohne dass Sie es umdrehen. Das spart Papier und ist bei Text der wichtigste Komfortpunkt. Viele Geräte bieten ihn, bei günstigen Modellen fehlt er manchmal. Steht im Datenblatt nur „manueller Duplex“, müssen Sie das Papier selbst wenden.
Wie verbinde ich den Drucker?
Üblich sind USB, Netzwerkkabel (LAN) und WLAN. Mit WLAN können alle Geräte im Haushalt drucken, auch Smartphones. Zwei Standards machen das ohne eigene Treiber möglich:
- AirPrint für iPhone, iPad und Mac. Laut Apple genügt es, wenn Drucker und Gerät im selben WLAN sind. Zusätzliche Software ist nicht nötig. Apple bietet eine Suche nach unterstützten Modellen an.
- Mopria für Android und Windows. Laut Mopria Alliance erkennen Android-Geräte zertifizierte Drucker von selbst, und Windows richtet sie ohne Herstellertreiber ein, wenn kein Treiber über Windows Update verfügbar ist.
Prüfen Sie im Datenblatt, ob das Gerät die Standards nennt, die Sie brauchen. Wer kein WLAN-Netz hat oder kurz direkt verbinden möchte, achtet auf „Wi-Fi Direct“.
Was ist von Tinten-Abos zu halten?
Einige Hersteller bieten Abos an: Sie zahlen monatlich für eine Anzahl Seiten, und neue Tinte kommt automatisch. Lesen Sie die Bedingungen genau. Am Beispiel der deutschen Bedingungen von HP Instant Ink (Stand November 2025):
- Jede bedruckte Seite zählt als Seite, egal wie viel darauf steht. Ein Foto kostet so viel wie eine Zeile Text.
- Der Drucker muss mit dem Internet verbunden sein.
- Die Patronen bleiben Eigentum von HP.
- Nach einer Kündigung deaktiviert HP die Abo-Patronen per Fernzugriff. Danach brauchen Sie gekaufte Patronen.
- Nicht genutzte Seiten werden übertragen, bei Tinte bis zum Dreifachen der Seiten im Tarif.
Ein Abo kann sich lohnen, wenn Sie gleichmäßig viele Farbseiten drucken. Wer wenig oder sehr unregelmäßig druckt oder fast nur Text, zahlt womöglich für Seiten, die ungenutzt verfallen.
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Kann ich Patronen anderer Hersteller verwenden?
Patronen und Tinte von Drittanbietern sind oft günstiger als Originale. Sie sind erlaubt, aber nicht jedes Gerät nimmt sie an. Die Stiftung Warentest berichtete 2021, dass HP-Drucker mit sogenannter „dynamischer Sicherheit“ Fremdpatronen ablehnen können und dass Firmware-Updates Patronen aussperren können, die vorher funktioniert haben. Updates abzuschalten ist laut Stiftung Warentest keine einfache Lösung, weil sie auch Sicherheitslücken schließen.
Wenn Sie fremde Patronen nutzen wollen, prüfen Sie das vor dem Kauf: in der Produktbeschreibung, in den Hinweisen des Herstellers zu Patronen und bei den Anbietern der kompatiblen Patronen.
Zur Haftung: Die gesetzliche Gewährleistung richtet sich gegen den Händler und gilt für Mängel, die schon bei der Übergabe bestanden (§ 434 BGB). Ein Schaden, den eine fremde Patrone später verursacht, ist davon nicht erfasst. Für andere Mängel bleibt die Gewährleistung bestehen. Eine Herstellergarantie ist freiwillig, und ihre Bedingungen legen fest, was sie ausschließt.
Wie viel Strom braucht ein Drucker?
Ein Drucker verbringt die meiste Zeit im Wartezustand. Dafür gilt seit dem 9. Mai 2025 die EU-Verordnung 2023/826. Im Aus-Zustand und im Bereitschaftszustand darf ein Gerät höchstens 0,5 Watt aufnehmen, mit Statusanzeige 0,8 Watt. Ab Mai 2027 sinkt die Grenze für den Aus-Zustand auf 0,3 Watt.
Für Geräte im Netzwerk gelten höhere Grenzen, weil sie erreichbar bleiben. Sie müssen nach spätestens 20 Minuten ohne Druckauftrag in einen sparsamen vernetzten Bereitschaftsbetrieb wechseln, und WLAN muss sich abschalten lassen.
Wer einen Laserdrucker im Wohnraum nutzt, kann auf den Blauen Engel achten (DE-UZ 219). Er stellt Anforderungen an Energieverbrauch, Emissionen und Geräusch sowie an den Anteil recycelter Kunststoffe.
Was gilt bei Defekten?
Gegenüber dem Händler haben Sie zwei Jahre Gewährleistung (§ 438 BGB). Zeigt sich ein Mangel im ersten Jahr nach der Übergabe, wird vermutet, dass er schon beim Kauf bestand (§ 477 BGB). Eine Herstellergarantie kommt freiwillig hinzu.
Wohin mit dem alten Drucker?
- Rückgabe beim Händler. Händler mit mindestens 400 m² Verkaufsfläche für Elektrogeräte müssen beim Kauf eines neuen Geräts ein gleichartiges Altgerät kostenlos zurücknehmen (§ 17 ElektroG). Für Lebensmittelhändler gilt das ab 800 m² Gesamtverkaufsfläche. Bei Onlinehändlern zählt die Lager- und Versandfläche. Kleine Geräte, die in keiner Abmessung größer als 25 cm sind, nehmen diese Händler auch ohne Neukauf an, bis zu drei Stück pro Geräteart. Die meisten Drucker sind größer und fallen nur unter die Rückgabe beim Neukauf.
- Wertstoffhof. Die kommunalen Sammelstellen nehmen Altgeräte kostenlos an (§ 13 ElektroG).
Häufige Fehler
- Nur auf den Gerätepreis schauen. Ein günstiges Gerät mit teuren Patronen kann über die Jahre deutlich mehr kosten.
- Reichweiten unterschiedlicher Größen vergleichen. Vergleichen Sie Normreichweiten gleicher Patronengrößen.
- Einen Tintendrucker für sehr seltenes Drucken kaufen. Lange Pausen können die Düsen verstopfen, und die Reinigung kostet Tinte.
- Ein Abo abschließen, ohne die Bedingungen zu lesen. Nach der Kündigung können Abo-Patronen gesperrt werden.
- Fremdpatronen einplanen, ohne zu prüfen, ob das Gerät sie annimmt.
- Auf den Duplexdruck verzichten, obwohl Sie viel Text drucken.
Wie Tallybuy Preise vergleicht
Tallybuy zeigt für jedes Angebot den vollständigen Preis inklusive Lieferung, soweit der Shop die Versandkosten nennt. Fehlt eine Angabe, steht sie als unbekannt da und wird nicht als null gerechnet. Außerdem sehen Sie, wie sich der Preis eines Geräts in der Vergangenheit entwickelt hat, soweit wir ihn beobachtet haben. An manchen Shop-Links verdienen wir eine Provision. Auf die Reihenfolge der Angebote hat das keinen Einfluss.
Quellen
- ISO/IEC 24711:2021: Verfahren zur Bestimmung der Reichweite von Tintenpatronen (Farbtintenstrahldrucker)
- HP: LaserJet Page Yields (ISO/IEC 19752 und ISO/IEC 19798)
- Epson: Wie Reichweiten gemessen werden (ISO/IEC 24711, 24712, 19798; Erstbefüllung und Wartung)
- Brother: Declared page yield, ink cartridges (ISO/IEC 24711 und 24712)
- Epson Support: Wenn das Düsentestmuster nicht korrekt gedruckt wird
- Apple: AirPrint verwenden
- Mopria Alliance: FAQ
- HP Instant Ink: Nutzungsbedingungen Deutschland (Stand November 2025), Abschnitte 5, 6 und 9
- Stiftung Warentest: Druckertinte, Updates sperren Fremdtinte aus (21.04.2021)
- Verordnung (EU) 2023/826 (Ökodesign-Anforderungen an Aus-Zustand, Bereitschaftszustand und vernetzten Bereitschaftsbetrieb), Anhang III
- Europäische Kommission: Standby, networked standby and off mode
- Blauer Engel: Bürogeräte mit Druckfunktion (DE-UZ 219)
- BGB § 434: Sachmangel
- BGB § 438: Verjährung der Mängelansprüche
- BGB § 477: Beweislastumkehr
- ElektroG § 17: Rücknahmepflicht der Vertreiber
- ElektroG § 13: Sammlung durch die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger