Fernseher kaufen: worauf es ankommt
Größe, Abstand, Bildtechnik, HDR, HDMI, Empfang und Updates: welche Angaben bei einem neuen Fernseher zählen und wie Sie sie prüfen.
Klären Sie zuerst zwei Dinge: Wie weit sitzen Sie vom Bildschirm entfernt, und wie empfangen Sie Fernsehen? Aus dem Abstand ergibt sich die sinnvolle Größe, aus dem Empfangsweg die nötige Ausstattung. Danach entscheiden Sie zwischen LCD und OLED, je nach Raumhelligkeit und Nutzung. Wer eine Spielkonsole anschließt, prüft zusätzlich die HDMI-Anschlüsse.
Preise in Deutschland jetzt
Unter EUR 550
EUR 550 bis unter EUR 1.000
EUR 1.000 bis unter EUR 1.750
Ab EUR 1.750
- 249 Produkte mit vollständigem Gesamtpreis
- 2 Shops mit Angeboten
Welche Größe passt zu meinem Sitzabstand?
Für den Sitzabstand gibt es keine feste Regel, aber einen technischen Anhaltspunkt. Die Empfehlung ITU-R BT.2022 nennt einen Betrachtungsabstand, bei dem einzelne Bildpunkte gerade nicht mehr zu unterscheiden sind. Er beträgt bei Full HD das 3,2-Fache der Bildhöhe und bei 4K (UHD) das 1,6-Fache. Bei einem 16:9-Bild ist die Bildhöhe etwa halb so groß wie die Diagonale.
| Diagonale | Abstand bei 4K | Abstand bei Full HD |
|---|---|---|
| 55 Zoll | etwa 1,1 m | etwa 2,2 m |
| 65 Zoll | etwa 1,3 m | etwa 2,6 m |
Sitzen Sie weiter weg, sehen Sie die volle Schärfe von 4K nicht mehr vollständig. Das ist kein Fehler, nur ein Hinweis: Bei großem Abstand bringt ein größeres Bild mehr als eine höhere Auflösung. Die Werte stammen aus einer Norm für Testbedingungen. Was angenehm ist, entscheiden Sie selbst. Messen Sie den Abstand vom Sofa zur Wand, und prüfen Sie Breite und Höhe des Geräts mit Standfuß gegen Ihr Möbel.
LCD, Mini-LED oder OLED: welche Bildtechnik passt?
- LCD (oft als LED oder QLED bezeichnet): Eine Hintergrundbeleuchtung leuchtet durch das Panel. Diese Geräte können sehr hell werden und eignen sich für helle Räume. Schwarz wirkt je nach Modell eher grau.
- Mini-LED: Eine LCD-Variante mit sehr vielen kleinen Leuchtdioden, die in Zonen einzeln gedimmt werden. Das verbessert den Kontrast. Um helle Objekte auf dunklem Grund kann ein leichter Lichthof entstehen, das sogenannte Blooming.
- OLED: Jeder Bildpunkt leuchtet selbst und kann ganz abschalten. Das ergibt echtes Schwarz und hohen Kontrast, auch von der Seite betrachtet. Bei OLED gibt es zwei Bauarten: WOLED mit weißen Leuchtpunkten und Farbfiltern sowie QD-OLED mit blauen Leuchtpunkten und Quantenpunkten.
Ein Nachteil von OLED: Bilder, die über sehr lange Zeit still stehen, etwa Senderlogos, Laufbänder oder Spielanzeigen, können sich einbrennen. Die Hersteller bauen Schutzfunktionen ein. Wer viele Stunden am Tag Nachrichtenkanäle mit festem Logo schaut, sollte das trotzdem bedenken.
Fragen Sie sich: Steht der Fernseher in einem hellen Raum mit Sonne von der Seite? Dann spricht viel für ein helles LCD- oder Mini-LED-Gerät. Schauen Sie vor allem abends Filme? Dann spielt OLED seine Stärken aus.
Was bedeuten HDR10, HDR10+, Dolby Vision und HLG?
HDR (High Dynamic Range) erweitert den Bereich zwischen dunklen und hellen Bildteilen. Fast alle aktuellen 4K-Fernseher nennen HDR im Datenblatt. Wichtig ist, welche Formate das Gerät verarbeitet:
- HDR10 ist der Grundstandard. Er nutzt die Übertragungskurve PQ aus der Empfehlung ITU-R BT.2100.
- HDR10+ und Dolby Vision ergänzen HDR10 um dynamische Metadaten. Damit lässt sich das Bild Szene für Szene anpassen. Streamingdienste und Blu-rays nutzen je nach Titel das eine oder das andere Format.
- HLG stammt ebenfalls aus BT.2100 und ist für das lineare Fernsehen gedacht. Sender nutzen es für HDR-Übertragungen.
Prüfen Sie, welche Formate Ihre Streamingdienste und Zuspieler liefern, und ob der Fernseher diese Formate unterstützt. Das Logo allein sagt wenig darüber, wie gut ein Gerät HDR darstellt. Dafür zählen Helligkeit und Kontrast.
Welche HDMI-Anschlüsse brauche ich für Konsole und Soundbar?
Zählen Sie Ihre Geräte: Konsole, Receiver, Soundbar, Blu-ray-Player. Dann prüfen Sie im Datenblatt, was jeder einzelne HDMI-Anschluss kann. Oft unterstützen nicht alle Anschlüsse dieselben Funktionen.
- HDMI 2.1 bietet bis zu 48 Gbit/s und ermöglicht 4K mit 120 Bildern pro Sekunde. Dazu gehören Funktionen für Spiele wie VRR (variable Bildrate gegen Ruckeln und Bildrisse) und ALLM (automatischer Spielmodus).
- eARC leitet hochwertigen Ton vom Fernseher an Soundbar oder AV-Receiver weiter. Wenn Sie eine Soundbar nutzen, braucht diese einen eigenen Anschluss mit eARC.
- HDMI 2.2 ist die neueste Version mit bis zu 96 Gbit/s und dem Kabel Ultra96. Für heutige Konsolen ist sie nicht nötig.
Für 4K mit 120 Hz auf der PlayStation 5 nennt Sony drei Voraussetzungen: einen Fernseher, der 4K mit 120 Hz unterstützt, einen HDMI-2.1-Anschluss und das mitgelieferte Kabel oder ein Ultra High Speed HDMI-Kabel. Sony rät, in der Anleitung des Fernsehers nachzusehen, welche Anschlüsse 4K mit 120 Hz können.
Wie empfange ich Fernsehen in Deutschland?
Prüfen Sie, über welchen Weg das Signal bei Ihnen ankommt. Der Fernseher braucht den passenden Empfangsteil (Tuner).
- Antenne (DVB-T2 HD): Der Tuner muss den Videostandard HEVC (H.265) beherrschen. Das grüne Logo „DVB-T2 HD“ zeigt, dass ein Gerät auch die verschlüsselten Privatsender empfangen kann. Die öffentlich-rechtlichen Sender sind unverschlüsselt und frei empfangbar. Die privaten Sender in HD sind verschlüsselt. Für sie brauchen Sie ein kostenpflichtiges Abo (freenet TV), je Gerät, meist über ein CI+-Modul.
- Satellit: Die privaten HD-Sender sind über HD+ verschlüsselt und kostenpflichtig. Dafür braucht der Fernseher einen CI+-Steckplatz. ARD, ZDF und arte sind frei in HD empfangbar.
- Kabel: Auch hier sind private HD-Sender meist verschlüsselt. Seit dem 1. Juli 2024 dürfen Vermieter die Kabelgebühren nicht mehr über die Nebenkosten abrechnen. Mieter brauchen seither einen eigenen Vertrag oder einen anderen Empfangsweg.
- Internet (IPTV und Streaming): Hier zählen die verfügbaren Apps und eine stabile Internetverbindung.
Die Öffentlich-Rechtlichen senden zunehmend nur noch in HD. Die ARD hat die SD-Ausstrahlung über Satellit am 7. Januar 2025 eingestellt, das ZDF sendet seit dem 18. November 2025 nur noch in HD. Ältere Geräte ohne HD-Tuner verlieren damit Sender.
Wie wichtig sind Betriebssystem und Updates?
Ein Smart-TV braucht Updates für Apps, Sicherheit und neue Funktionen. Wie lange es Upgrades gibt, legt jeder Hersteller selbst fest. Zwei Beispiele, jeweils laut Hersteller:
- Samsung sagt für bestimmte Modelle bis zu sieben Jahre Upgrades des Betriebssystems Tizen zu.
- LG verspricht mit „webOS Re:New“ für bestimmte Modelle vier Upgrades über fünf Jahre.
Prüfen Sie beim Hersteller, ob Ihr Modell dazugehört. Achten Sie auch darauf, ob die Apps, die Sie nutzen, auf dem System angeboten werden. Wenn die Apps eines Tages fehlen, hilft ein externer Streaming-Stick. Die EU schreibt außerdem vor, dass Hersteller die zuletzt veröffentlichte Firmware und das letzte Sicherheitsupdate mindestens acht Jahre nach dem letzten verkauften Gerät eines Modells bereithalten. Das bedeutet nicht, dass es neue Updates gibt. Die Mindestdauer garantierter Updates steht im Produktdatenblatt.
Was kostet der Betrieb, und wie lange hält das Gerät?
Fernseher tragen ein EU-Energielabel mit den Klassen A bis G. Es nennt zwei Klassen und zwei Werte: einen für normale Bilder (SDR) und einen für HDR, jeweils in Kilowattstunden pro 1.000 Stunden. Über den QR-Code auf dem Label gelangen Sie zum Eintrag in der EU-Datenbank EPREL mit dem vollständigen Produktdatenblatt.
So vergleichen Sie den Verbrauch: Schauen Sie auf den Wert in kWh, nicht nur auf den Buchstaben, und rechnen Sie ihn mit Ihren täglichen Fernsehstunden und Ihrem Strompreis hoch.
Zur Haltbarkeit gibt es EU-Vorgaben. Hersteller müssen bestimmte Ersatzteile wie Netzteil, Fernbedienung und Anschlüsse mindestens sieben Jahre nach dem letzten verkauften Gerät eines Modells bereithalten und innerhalb von 15 Arbeitstagen liefern. Manche Teile gibt es nur für Fachwerkstätten, die Fernbedienung und ein externes Netzteil auch für Sie. Beim Kauf beim Händler haben Sie zudem zwei Jahre gesetzliche Gewährleistung. Eine Herstellergarantie gilt zusätzlich, nach den Bedingungen im Garantieschein.
Häufige Fehler
- Größe ohne Maßband wählen. Messen Sie Sitzabstand, Möbelbreite und die Höhe des Standfußes.
- Empfangsweg nicht prüfen. Ohne CI+-Steckplatz oder passenden Tuner fehlen später Sender.
- HDMI-Anschlüsse nicht einzeln prüfen. 4K mit 120 Hz geht oft nur an bestimmten Anschlüssen.
- Nur auf die Energieklasse schauen. Der kWh-Wert und der HDR-Wert sagen mehr.
- Den Ton vergessen. Wenn Ihnen Ton wichtig ist, planen Sie eine Soundbar und einen Anschluss mit eARC ein.
- OLED für Daueranzeigen nutzen. Feste Logos über viele Stunden täglich erhöhen das Risiko des Einbrennens.
So vergleicht Tallybuy Preise
Tallybuy zeigt für jedes Angebot den Gesamtpreis inklusive Versand, sofern der Shop die Versandkosten nennt. Fehlt eine Angabe, steht sie als unbekannt da, nicht als kostenlos. Die Preisentwicklung beruht auf Preisen, die wir selbst beobachtet haben. Für manche Shop-Links erhalten wir eine Provision; sie ändert nie die Reihenfolge der Angebote.
Quellen
- ITU-R BT.2022: Allgemeine Betrachtungsbedingungen für die subjektive Bildbewertung
- ITU-R BT.2100: Bildparameter für HDR-Fernsehen (PQ und HLG)
- HDR10+ Technologies
- Dolby: Dolby Vision
- Samsung: Mini LED und QLED im Vergleich
- HDMI Licensing Administrator: HDMI 2.1b
- HDMI Licensing Administrator: HDMI 2.2
- PlayStation: 4K-Auflösung und 120 Hz auf der PS5
- Verbraucherzentrale NRW: Privatsender über DVB-T2 HD
- Stiftung Warentest: FAQ DVB-T2 HD
- Verbraucherzentrale: Verschlüsselte Sender freischalten
- ZDF: SD-Abschaltung
- Verbraucherzentrale Hamburg: Ende des Nebenkostenprivilegs beim Kabelfernsehen
- Delegierte Verordnung (EU) 2019/2013 (Energiekennzeichnung elektronischer Displays)
- Verordnung (EU) 2019/2021 (Ökodesign für elektronische Displays)
- EPREL: Europäische Produktdatenbank für die Energiekennzeichnung
- Samsung: Smart Hub und One UI Tizen
- LG Newsroom: webOS Re:New
- Verbraucherzentrale: Gewährleistung und Garantie