Kühlschrank kaufen: worauf es ankommt
Größe, Gefrierfach, Einbaumaße, Klimaklasse, Lautstärke und Stromkosten: was beim Kühlschrankkauf wirklich zählt, einfach erklärt.
Klären Sie zuerst, wo der Kühlschrank stehen soll: in einer Einbaunische, unter der Arbeitsplatte oder frei. Daraus ergeben sich die Maße, und die Auswahl wird sofort kleiner. Danach entscheiden Sie, wie viel Platz Sie brauchen und ob Sie ein Gefrierfach oder ein eigenes Gefrierteil wollen. Erst dann lohnt der Blick auf das Energielabel: Vergleichen Sie dort den Verbrauch in Kilowattstunden pro Jahr und die Lautstärke, nicht nur den Buchstaben.
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Wo soll der Kühlschrank stehen?
Es gibt drei Bauarten. Freistehende Geräte haben eine eigene Außenhülle und können überall stehen, wo Platz und eine Steckdose sind. Einbaugeräte verschwinden hinter einer Möbelfront in einem Hochschrank. Unterbaugeräte stehen unter der Arbeitsplatte und haben meist eine eigene Front.
Für Einbaugeräte gibt es genormte Nischen. Bosch nennt für eine Nischenbreite von 56 cm die Höhen 88, 102,5, 122,5, 140, 158 und 177,5 cm. Andere Hersteller geben ähnliche Maße an, oft mit einem Spielraum von ein bis zwei Zentimetern. Messen Sie deshalb die lichte Nische selbst: Höhe, Breite und Tiefe. Vergleichen Sie die Werte mit den Nischenmaßen im Datenblatt des Geräts, nicht mit den Außenmaßen.
Achten Sie beim Austausch auch auf das Scharnier. Beim Gleitscharnier (auch Schlepptür genannt) gleitet die Möbeltür an der Gerätetür entlang. Beim Komplettscharnier ist die Möbelfront fest mit der Gerätetür verbunden. Das ergibt einen größeren Öffnungswinkel und trägt mehr Gewicht. Prüfen Sie, welches System Ihre Küche hat, bevor Sie bestellen.
Jedes Gerät braucht Luft, um Wärme abzugeben. Bosch empfiehlt für Einbaugeräte einen Lüftungsquerschnitt von mindestens 200 cm² an Rückseite und Unterseite. Unterbaugeräte saugen die Luft meist im Sockel an und geben sie dort wieder ab. Wenn die Lüftung fehlt, steigt der Stromverbrauch.
Das Umweltbundesamt rät, Kühlgeräte nicht neben Herd, Geschirrspüler oder Waschmaschine und nicht in die direkte Sonne zu stellen.
Wie groß muss der Kühlschrank sein?
Eine amtliche Formel gibt es nicht, aber verbreitete Faustregeln:
- Das Umweltbundesamt nennt nach Stiftung Warentest für einen Haushalt mit ein oder zwei Personen rund 90 Liter Nutzinhalt.
- Liebherr rechnet für zwei Personen mit rund 140 Litern, für Mehrpersonenhaushalte mit 60 bis 70 Litern pro Person und für vier Personen mit etwa 300 Litern.
- Für das Gefrieren nennt das Umweltbundesamt nach Stiftung Warentest 40 bis 80 Liter pro Person, je nachdem, wie viel Sie einfrieren.
Wer selten kocht und oft frisch einkauft, kommt mit dem unteren Wert aus. Wer für die Woche einkauft oder viel vorkocht, plant mehr ein. Ein größeres Gerät braucht laut Umweltbundesamt nicht unbedingt mehr Strom. Vergleichen Sie deshalb immer den Jahresverbrauch auf dem Label.
Gefrierfach, Kombigerät oder getrennte Geräte?
Ein Kühlschrank mit Gefrierfach hat ein kleines Fach im Innenraum. Er reicht für Eiswürfel und ein paar Packungen. Eine Kühl-Gefrier-Kombination hat ein eigenes Gefrierteil mit eigener Tür, meist unten. Sie passt zu Haushalten, die regelmäßig einfrieren. Haben Sie bereits einen separaten Gefrierschrank, ist ein Gefrierfach im Kühlschrank laut Umweltbundesamt überflüssig. Ein Kühlschrank ohne Gefrierfach bietet dann mehr Platz für frische Lebensmittel.
Die Sterne am Gefrierfach zeigen, wie kalt es wird. Nach der EU-Verordnung 2019/2016 liegt die Zieltemperatur bei einem Stern bei -6 °C, bei zwei Sternen bei -12 °C und bei drei und vier Sternen bei -18 °C. Nur Fächer mit vier Sternen sind dafür ausgelegt, frische Lebensmittel einzufrieren. Fächer mit weniger Sternen lagern Ware, die schon gefroren ist.
Lohnt sich NoFrost?
Bei herkömmlichen Gefrierteilen schlägt sich Feuchtigkeit als Eis nieder. Eis kostet Energie, und irgendwann müssen Sie abtauen. Bei NoFrost wird die Feuchtigkeit aus dem Gefrierraum abgeleitet, wie Bosch beschreibt. So bildet sich kein Eis, und das Abtauen entfällt. Das ist vor allem bei großen Gefrierteilen bequem.
Haben Sie ein Gerät ohne NoFrost, tauen Sie es ab, sobald sich Eis gebildet hat. Das Umweltbundesamt empfiehlt außerdem, Lebensmittel gut zu verpacken, damit weniger Feuchtigkeit ins Gerät gelangt.
Was bringt eine Null-Grad-Zone?
Viele Geräte haben Schubladen, die kälter sind als der übrige Innenraum. Die EU-Verordnung nennt solche Fächer Kaltlagerfächer: Ihre Zieltemperatur liegt bei 2 °C, erlaubt sind -3 °C bis 3 °C. Im normalen Kühlteil liegt die Zieltemperatur bei 4 °C.
Hersteller geben diesen Zonen eigene Namen. Liebherr etwa beschreibt für BioFresh getrennte Fächer mit Temperaturen knapp über 0 °C: eines mit hoher Luftfeuchtigkeit für Obst und Gemüse, eines mit niedriger Luftfeuchtigkeit für Fleisch und Milchprodukte. Die Angaben zur längeren Haltbarkeit sind Herstellerangaben. Eine Null-Grad-Zone lohnt sich vor allem, wenn Sie viel Frisches kaufen. Für Getränke und Reste brauchen Sie sie nicht.
Welche Klimaklasse brauche ich?
Die Klimaklasse sagt, bei welcher Raumtemperatur das Gerät zuverlässig arbeitet. Die EU-Verordnung 2019/2016 definiert vier Klassen:
| Klimaklasse | Raumtemperatur |
|---|---|
| SN (erweitert gemäßigt) | 10 °C bis 32 °C |
| N (gemäßigt) | 16 °C bis 32 °C |
| ST (subtropisch) | 16 °C bis 38 °C |
| T (tropisch) | 16 °C bis 43 °C |
In einer beheizten Küche passt jede dieser Klassen. Soll das Gerät im Keller, in der Garage oder in einer unbeheizten Speisekammer stehen, wo es im Winter kälter als 16 °C wird, brauchen Sie die Klasse SN. Viele Geräte decken mehrere Klassen ab, etwa SN bis T. Die Angabe steht im Produktdatenblatt.
Wie laut ist der Kühlschrank?
Seit dem 1. März 2021 zeigt das EU-Energielabel für Kühlgeräte die Geräuschemission in dB(A) und eine Geräuschklasse von A bis D. Die Grenzen stehen in der Verordnung 2019/2016:
- A: unter 30 dB(A)
- B: 30 bis unter 36 dB(A)
- C: 36 bis unter 42 dB(A)
- D: ab 42 dB(A)
Der Wert ist ein Schallleistungspegel. Er eignet sich zum Vergleichen von Geräten, entspricht aber nicht genau dem, was Sie in der Küche hören. In einer offenen Wohnküche oder einer kleinen Wohnung lohnt es sich, auf eine niedrige Zahl zu achten.
Wie lese ich das Energielabel?
Das aktuelle Label gilt seit dem 1. März 2021 und reicht von A (sparsam) bis G. Es zeigt neben der Klasse den Jahresverbrauch in kWh, das Volumen der Kühl- und Gefrierfächer in Litern und die Geräuschemission. Über den QR-Code finden Sie das Gerät in der EU-Produktdatenbank EPREL, wie das Umweltbundesamt erklärt.
Die Klasse beschreibt die Effizienz im Verhältnis zur Größe und Ausstattung. Ein großes Gerät der Klasse B kann deshalb mehr Strom verbrauchen als ein kleines Gerät der Klasse D. Für Ihre Stromrechnung zählt die Kilowattstundenzahl.
Gemessen wird der Verbrauch nach der Verordnung bei Raumtemperaturen von 16 °C und 32 °C. Der Wert ist eine Prüfgröße. Wie viel Ihr Gerät zu Hause braucht, hängt vom Aufstellort, vom Öffnen der Tür und von der eingestellten Temperatur ab. Das Umweltbundesamt hält 7 °C im Kühlteil und -18 °C im Gefrierteil für ausreichend.
Was kostet der Betrieb im Jahr?
Rechnen Sie so: Jahresverbrauch in kWh mal Ihr Strompreis pro kWh. Ihren Preis finden Sie auf der Stromrechnung. Als Vergleichswert nennt der BDEW in seiner Strompreisanalyse vom Oktober 2026 für Haushalte im Jahr 2026 bisher durchschnittlich 37,3 Cent pro kWh. Grundlage sind 3.500 kWh Jahresverbrauch und die zum Stichtag abschließbaren Tarife.
Ein Beispiel: Ein Gerät mit 150 kWh im Jahr kostet bei 37,3 Cent rund 56 Euro Strom im Jahr. Ein Gerät mit 100 kWh weniger spart bei diesem Preis rund 37 Euro im Jahr. Das Umweltbundesamt rechnet mit einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von 15 Jahren. Über diese Zeit summiert sich ein solcher Unterschied auf rund 560 Euro bei gleichbleibendem Strompreis.
Wollen Sie ein funktionierendes Altgerät ersetzen, messen Sie zuerst dessen Verbrauch mit einem Strommessgerät. Das Umweltbundesamt nennt Schwellen: Der Ersatz durch ein Gerät der Klasse A lohnt sich finanziell bei einem Kühlschrank ab etwa 460 kWh im Jahr und bei einer Kühl-Gefrier-Kombination ab etwa 560 kWh. Für die Umwelt lohnt er sich schon ab etwa 240 beziehungsweise 340 kWh.
Wie lange hält ein Kühlschrank, und was gilt bei Defekten?
Gegenüber dem Händler haben Sie zwei Jahre Gewährleistung (§ 438 BGB). Zeigt sich ein Mangel im ersten Jahr nach der Übergabe, wird vermutet, dass er schon beim Kauf bestand (§ 477 BGB). Eine Herstellergarantie ist freiwillig und kommt zur Gewährleistung hinzu. Lesen Sie die Bedingungen, bevor Sie sie in den Preisvergleich einbeziehen.
Für Reparaturen schreibt die Ökodesign-Verordnung (EU) 2019/2019 Ersatzteile vor. Thermostate, Temperaturfühler, Leiterplatten und Leuchtmittel müssen Hersteller mindestens sieben Jahre nach dem letzten Inverkehrbringen eines Modells für Fachbetriebe bereithalten. Türgriffe, Scharniere, Ablagen und Körbe gibt es sieben Jahre lang auch für Privatleute, Türdichtungen zehn Jahre. Die Lieferung muss innerhalb von 15 Arbeitstagen erfolgen.
Wohin mit dem alten Kühlschrank?
Für ein altes Kühlgerät haben Sie zwei kostenlose Wege:
- Rückgabe beim Händler. Händler mit mindestens 400 m² Verkaufsfläche für Elektrogeräte müssen beim Kauf eines neuen Geräts ein gleichartiges Altgerät kostenlos zurücknehmen (§ 17 ElektroG). Für Lebensmittelhändler gilt das ab 800 m² Gesamtverkaufsfläche, wenn sie regelmäßig Elektrogeräte anbieten. Bei Onlinehändlern zählt die Lager- und Versandfläche. Wird das neue Gerät geliefert, gilt Ihr Haushalt als Ort der Rücknahme: Die Abholung des Altgeräts ist für Sie kostenlos. Der Händler muss Sie beim Kauf fragen, ob Sie bei der Lieferung ein Altgerät abgeben wollen.
- Wertstoffhof. Die kommunalen Sammelstellen dürfen für die Annahme von Altgeräten kein Entgelt verlangen (§ 13 ElektroG).
Sagen Sie die Rückgabe schon bei der Bestellung an, damit das Lieferteam das Altgerät mitnimmt.
Häufige Fehler
- Nur das Gerät messen. Prüfen Sie auch Türanschlag, Öffnungswinkel und den Weg in die Küche: Treppenhaus, Türbreiten, Aufzug.
- Alte und neue Labels vergleichen. Die Klassen A+++ bis D gelten für Kühlgeräte seit März 2021 nicht mehr. Ein altes A+++ entspricht nicht dem neuen A.
- Nur auf den Buchstaben schauen. Für die Stromkosten zählt der Jahresverbrauch in kWh.
- Falsche Klimaklasse für Keller oder Garage. Unter 16 °C Raumtemperatur brauchen Sie die Klasse SN.
- Ein Gefrierfach kaufen, das Sie nicht brauchen. Wer schon einen Gefrierschrank hat, gewinnt ohne Fach mehr Kühlraum.
- Die Rückgabe des Altgeräts vergessen. Bei Lieferung ist die Abholung kostenlos, wenn Sie sie beim Kauf angeben.
Wie Tallybuy Preise vergleicht
Tallybuy zeigt für jedes Angebot den vollständigen Preis inklusive Lieferung, soweit der Shop die Versandkosten nennt. Fehlt eine Angabe, steht sie als unbekannt da und wird nicht als null gerechnet. Bei großen Geräten wie Kühlschränken unterscheiden sich die Lieferkosten oft deutlich. Außerdem sehen Sie, wie sich der Preis eines Geräts in der Vergangenheit entwickelt hat, soweit wir ihn beobachtet haben. An manchen Shop-Links verdienen wir eine Provision. Auf die Reihenfolge der Angebote hat das keinen Einfluss.
Quellen
- Delegierte Verordnung (EU) 2019/2016 (Energiekennzeichnung von Kühlgeräten), Art. 11, Anhänge II bis IV
- Verordnung (EU) 2019/2019 (Ökodesign-Anforderungen an Kühlgeräte), Anhang II: Ersatzteile
- BDEW-Strompreisanalyse Oktober 2026 (Datenstand 10/2026)
- Umweltbundesamt: Kühlschrank, Umwelttipps (Stand 14.07.2026)
- Umweltbundesamt: Gefriertruhe und Gefrierschrank, Umwelttipps (Stand 14.07.2026)
- Liebherr: Kühlschrank-Kaufratgeber
- Liebherr: Presseinformation BioFresh (26.09.2023)
- Bosch: Tipps zum Einbau von Kühlschränken (Nischenhöhen, Scharniere, Belüftung)
- Bosch: No Frost Kühlschrank, wie funktioniert er?
- ElektroG § 17: Rücknahmepflicht der Vertreiber
- ElektroG § 13: Sammlung durch die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger
- BGB § 438: Verjährung der Mängelansprüche
- BGB § 477: Beweislastumkehr