Monitor kaufen: worauf es ankommt
Größe und Auflösung, IPS, VA oder OLED, Bildrate, HDR-Logos, USB-C und Energielabel: was beim Monitorkauf wirklich zählt, einfach erklärt.
Entscheiden Sie zuerst, wofür der Monitor hauptsächlich da ist: Büroarbeit und Tabellen, Bild- und Videobearbeitung oder schnelle Spiele. Daraus folgen Größe und Auflösung, denn zusammen bestimmen sie, wie scharf Text wirkt. Danach wählen Sie die Panel-Art und die Bildrate. Zum Schluss prüfen Sie die Anschlüsse, besonders USB-C, wenn Sie einen Laptop mit einem einzigen Kabel anschließen möchten, und den Stromverbrauch auf dem Energielabel.
Preise in Deutschland jetzt
Unter EUR 125
EUR 125 bis unter EUR 250
EUR 250 bis unter EUR 625
Ab EUR 625
- 2.611 Produkte mit vollständigem Gesamtpreis
- 34 Produkte nur mit Artikelpreis (Versand nicht angegeben), in keinem Bereich
- 4 Shops mit Angeboten
Welche Größe und Auflösung brauche ich?
Größe und Auflösung gehören zusammen. Entscheidend ist die Pixeldichte, also wie viele Bildpunkte auf einen Zoll kommen (ppi). Je höher sie ist, desto schärfer wirken Schrift und Linien. Einige gängige Kombinationen, von uns aus Diagonale und Auflösung berechnet:
| Diagonale | Auflösung | Pixeldichte |
|---|---|---|
| 24 Zoll | 1920 × 1080 | etwa 92 ppi |
| 27 Zoll | 2560 × 1440 | etwa 109 ppi |
| 27 Zoll | 3840 × 2160 | etwa 163 ppi |
| 32 Zoll | 3840 × 2160 | etwa 138 ppi |
| 34 Zoll breit | 3440 × 1440 | etwa 110 ppi |
Bei hoher Pixeldichte vergrößert das Betriebssystem Schrift und Bedienelemente, damit sie lesbar bleiben. Das Bild wirkt dann besonders scharf, es passt aber nicht mehr Inhalt auf den Schirm. Wer viele Fenster nebeneinander braucht, gewinnt mit einer größeren Diagonale oder einem breiten Monitor mehr Platz.
Planen Sie auch den Abstand ein. Für Bildschirmarbeitsplätze nennt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung einen Sehabstand von mindestens 50 Zentimetern. Ein großer Monitor braucht einen tiefen Schreibtisch, damit Sie das ganze Bild ohne ständiges Kopfdrehen erfassen.
IPS, VA oder OLED: welches Panel passt?
Das Panel bestimmt Kontrast, Farben und Blickwinkel.
- IPS bietet weite Blickwinkel und stabile Farben. Das ist gut für Büro, Fotos und Arbeiten, bei denen mehrere Personen auf den Schirm schauen. Schwarz wirkt in dunklen Räumen eher grau, und von der Seite kann ein heller Schimmer sichtbar sein.
- VA erreicht einen höheren Kontrast und tieferes Schwarz als IPS. Das hilft bei Filmen und dunklen Spielen. Die Blickwinkel liegen zwischen IPS und den älteren TN-Panels. Bei schnellen Bewegungen können Schlieren auftreten.
- OLED erzeugt das Licht in jedem Bildpunkt selbst. Schwarze Pixel bleiben aus, deshalb ist der Kontrast sehr hoch. Bei OLED können lange stehende Inhalte wie Taskleisten Spuren hinterlassen (Einbrennen). Hersteller regeln in ihren Garantiebedingungen, ob und unter welchen Bedingungen Einbrennen abgedeckt ist. Lesen Sie diese Bedingungen vor dem Kauf, wenn Sie viel mit statischen Inhalten arbeiten.
Für reine Büroarbeit mit hellen Dokumenten reicht ein IPS-Panel. Wer viel im Dunkeln spielt oder Filme sieht, profitiert von VA oder OLED.
Wie viel Hertz und welche Reaktionszeit brauche ich?
Die Bildwiederholrate in Hertz gibt an, wie oft der Monitor pro Sekunde ein neues Bild zeigt. Für Büro und Video reichen 60 Hertz. Bei Spielen und schon beim Scrollen wirken höhere Raten flüssiger. Damit Sie die hohe Rate nutzen können, muss Ihr Rechner oder Ihre Konsole genug Bilder liefern, und der Anschluss muss die Kombination aus Auflösung und Bildrate übertragen. Eine Versionsnummer wie HDMI 2.1 allein genügt dafür nicht als Nachweis. Prüfen Sie im Datenblatt, welche Auflösung bei welcher Bildrate an welchem Eingang möglich ist.
Herstellerangaben zur Reaktionszeit wie „1 ms“ sind unter eigenen Bedingungen gemessen und zwischen Marken kaum vergleichbar. Ein einheitlicheres Maß ist das VESA-Logo ClearMR. Es bewertet die Bewegungsunschärfe als Verhältnis von scharfen zu unscharfen Pixeln, in Stufen von ClearMR 3000 bis ClearMR 21000. Je höher die Zahl, desto weniger verschwimmen bewegte Bilder.
Was bringt Adaptive Sync?
Ohne Synchronisation zeigt der Monitor manchmal Teile von zwei Bildern gleichzeitig. Dann entsteht ein sichtbarer Riss. Adaptive Sync passt die Bildrate des Monitors an die Bilder an, die die Grafikkarte gerade liefert. Das Bild bleibt ruhig, ohne Risse und mit weniger Ruckeln.
Es gibt mehrere Bezeichnungen. VESA vergibt das Logo AdaptiveSync Display nach Tests unter anderem von Bildrate, Flimmern und Reaktionszeit. AMD verlangt für FreeSync Premium mindestens 120 Hertz bei Full HD und eine Ausgleichsfunktion für niedrige Bildraten. NVIDIA bezeichnet Monitore ohne eigenen G-SYNC-Prozessor, die es für ein grundlegendes Erlebnis geprüft hat, als G-SYNC Compatible. Für Spiele sollte mindestens eines dieser Merkmale im Datenblatt stehen, passend zu Ihrer Grafikkarte oder Konsole.
Was sagen HDR-Logos wirklich?
„HDR“ allein ist kein geschütztes Versprechen. Aussagekräftiger ist das VESA-Logo DisplayHDR. Die Zahl im Namen ist die geprüfte Mindest-Spitzenhelligkeit in Candela pro Quadratmeter, also 400, 500, 600, 1000 oder 1400. Wichtig: DisplayHDR 400 verlangt keine bereichsweise Steuerung der Hintergrundbeleuchtung (Local Dimming), ein höherer Grundkontrast genügt. Der HDR-Effekt bleibt deshalb oft klein. Ab DisplayHDR 1000 ist eine Steuerung in vielen Zonen über die ganze Fläche vorgeschrieben. Für OLED gibt es die Reihe DisplayHDR True Black, die sehr tiefes Schwarz verlangt. Die aktuelle Prüfvorschrift ist CTS 1.2 vom Mai 2024.
Wenn HDR für Sie wichtig ist, achten Sie auf DisplayHDR 1000 oder höher bei LCD-Monitoren oder auf ein True-Black-Logo bei OLED.
Lohnt sich USB-C mit Stromversorgung?
Für Laptops ist ein Monitor mit USB-C sehr praktisch. Über die Funktion DisplayPort Alt Mode trägt ein einziges USB-C-Kabel das Bild, USB-Daten und Strom. Der Monitor wird so zur Dockingstation: Tastatur, Maus und manchmal Netzwerk hängen am Monitor, und Sie stecken am Laptop nur ein Kabel ein.
Zwei Dinge müssen passen:
- Der Laptop-Anschluss muss Bild ausgeben. Nicht jeder USB-C-Anschluss kann das. Prüfen Sie das Datenblatt Ihres Laptops auf DisplayPort über USB-C.
- Die Ladeleistung muss reichen. USB Power Delivery überträgt bis zu 100 Watt, mit der Revision 3.1 bis zu 240 Watt. Der Monitor nennt seine Ladeleistung in Watt. Liegt sie unter dem Bedarf Ihres Laptops, kann er unter Last langsamer laden.
Wer zwei Rechner an einem Monitor nutzt, achtet auf einen eingebauten Umschalter für Tastatur und Maus (KVM).
Worauf achte ich bei Ergonomie?
Ein guter Standfuß ist so wichtig wie das Panel. Für Bildschirmarbeit empfiehlt die DGUV, den Monitor so niedrig wie möglich aufzustellen, mit der obersten Zeile höchstens auf Augenhöhe. Dazu brauchen Sie einen Fuß mit Höhenverstellung. Neigen und Drehen helfen, Spiegelungen von Fenstern und Lampen zu vermeiden. Wenn Sie einen Monitorarm nutzen möchten, prüfen Sie, ob der Monitor eine VESA-Halterung hat.
Was kostet der Betrieb, und was sagt das Energielabel?
Monitore tragen seit dem 1. März 2021 das EU-Energielabel nach der Verordnung (EU) 2019/2013. Die Skala reicht von A (sehr effizient) bis G. Das Label zeigt Effizienzklasse und Verbrauch getrennt für normale Bilder (SDR) und für HDR. Über den QR-Code kommen Sie zur EU-Datenbank EPREL. Dort finden Sie weitere Angaben, etwa zum Verbrauch im Bereitschaftszustand.
HDR kann deutlich mehr Strom verbrauchen. Auch sehr helle oder lebhafte Bildmodi erhöhen den Verbrauch. Die Europäische Kommission rät, den voreingestellten Bildmodus zu nutzen, die Helligkeit zu senken und eine automatische Helligkeitsregelung einzuschalten, wenn es eine gibt. Vergleichen Sie bei zwei ähnlichen Monitoren den SDR-Verbrauch auf dem Label: Diesen Wert erreichen Sie im Alltag am ehesten.
Beim Kauf bei einem Händler haben Sie zwei Jahre gesetzliche Gewährleistung. Zeigt sich ein Mangel im ersten Jahr, wird vermutet, dass er schon beim Kauf bestand. Herstellergarantien kommen freiwillig hinzu. Lesen Sie dort auch, wie viele fehlerhafte Pixel der Hersteller als Mangel anerkennt.
Häufige Fehler
- Nur nach Diagonale kaufen. Ein großer Monitor mit niedriger Auflösung zeigt grobe Schrift.
- „1 ms“ für einen Vergleichswert halten. Diese Angaben sind nicht einheitlich gemessen.
- Bei „HDR“ oder DisplayHDR 400 großes HDR erwarten.
- Die USB-C-Ladeleistung nicht mit dem Laptop abgleichen.
- Den Standfuß übersehen. Ohne Höhenverstellung sitzen Sie oft ungünstig.
- Hohe Bildrate kaufen, die der Anschluss oder der Rechner nicht liefert.
So vergleicht Tallybuy die Preise
Tallybuy zeigt für jeden Monitor den vollständigen Endpreis inklusive Versand an Ihre Adresse in Deutschland, soweit der Shop die Versandkosten angibt. Fehlende Angaben zeigen wir als unbekannt, nicht als null. Den beobachteten Preisverlauf sehen Sie auf jeder Produktseite. Für manche Shop-Links erhalten wir eine Provision. Die Reihenfolge der Angebote ändert das nie.
Quellen
- Delegierte Verordnung (EU) 2019/2013 (Energiekennzeichnung elektronischer Displays)
- Europäische Kommission: Energielabel und Ökodesign für elektronische Displays
- EPREL: Europäische Produktdatenbank für die Energieverbrauchskennzeichnung
- VESA: DisplayHDR Leistungskriterien (CTS 1.2)
- VESA: ClearMR
- VESA: Aktualisierung des Adaptive-Sync-Display-Standards
- AMD: Einführung von FreeSync Premium und FreeSync Premium Pro
- NVIDIA: G-SYNC-Monitore
- HDMI Licensing Administrator: IPS, TN und VA im Vergleich
- HDMI Licensing Administrator: HDMI-Spezifikation 2.1 und 2.2
- VESA: DisplayPort über USB Type-C
- USB-IF: USB Power Delivery
- LG Electronics Deutschland: Pressemitteilung zur Burn-in-Garantie bei OLED-Monitoren
- DGUV Regel 115-401: Minimalanforderungen für Bildschirmarbeitsplätze
- BGB § 438: Verjährung der Mängelansprüche
- BGB § 477: Beweislastumkehr